Werkeliste

Entwurf: René Lalique
Entstehungszeit: um 1893
Materialien: Gold, Email, Brillanten
Eigentümer: Lalique-Museum

Die Sphinx ist ein Zwitterwesen der griechischen Mythologie, zugleich Frau und geflügelter Löwe. Sie trieb ihr Unwesen in der Region um Theben und verschlang die Reisenden, denen es nicht gelang, ihr berühmtes Rätsel „Was ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig und am Abend dreifüßig?“ zu lösen ? Ödipus stellte sich der Sphinx und gab die richtige Antwort: der Mensch. Er kriecht am Morgen seines Lebens auf allen Vieren, läuft am Mittag auf zwei Beinen, nimmt am Abend einen Stock zu Hilfe und bewegt sich damit auf drei Beinen fort.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts inspirierte die Sphinx zahlreiche Künstler wie Jean-Dominique-Auguste Ingres, Gustave Moreau und Auguste Rodin. Für sie war das Thema häufig eine Gelegenheit, mit Ödipus einen Epheben darzustellen. René Lalique dagegen lässt den jungen Mann beiseite und konzentriert sich auf das Fabelwesen. In der Tat findet man im Werk des Schmuckkünstlers Lalique zahlreiche Darstellungen weiblicher Zwitterwesen.

Auf diesem kleinformatigen Schmuckstück (35 x 35 mm) stellt René Lalique sowohl die sehr irdische Seite der Sphinx dar, die einerseits sehr erdverbunden ist, wie ihre fest im Boden verankerten Krallen zeigen, aber auch als ein zum Himmel gerichtetes Wesen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch den Oberkörper, der sich vom emaillierten Hintergrund abhebt, und die aufgefalteten Flügel.

Interessant zu wissen: Es gibt mehrere andere Schmuckstücke von der Hand René Laliques, die das gleiche Sphinx-Motiv, allerdings in unterschiedlichen Ausarbeitungen, aufnehmen.

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